Antrieb ist die Kraft in dir, die dich bewegt, bevor du weißt, wohin.
Sie kann wie ein innerer Druck entstehen, wie eine Unruhe, eine Sehnsucht oder das Gefühl:
Da muss etwas geschehen.
Etwas in dir möchte nicht stehen bleiben. Es möchte erfahren, wachsen, verändern, beginnen oder sich aus einer alten Form herauslösen.
Diese Kraft ist nicht gegen dich.
Auch wenn sie sich manchmal genau so anfühlt.
Der Antrieb in dir trägt eine ursprüngliche Lebendigkeit. Er möchte dich daran erinnern, dass Leben Bewegung ist. Dass etwas entstehen darf, weil du es wagst, dich auf den nächsten Schritt einzulassen.
Doch genau hier beginnt auch eine deiner persönlichen Herausforderungen:
Musst du dich bewegen, weil du innerlich gerufen bist – oder weil du den Druck nicht mehr aushältst?
Du kannst so lange unter innerem Druck stehen, bis du glaubst, etwas tun zu müssen, nur damit die Spannung endlich nachlässt. Dann wird aus Antrieb Getriebenheit.
Und du kannst so lange gegen das ankämpfen, was dich bewegt, bis du deine eigene Lebenskraft nicht mehr als Führung erkennst.
Vielleicht gibt es in dir einen Widerstand, der nicht überwunden werden möchte.
Vielleicht möchte er dir etwas zeigen.
Nicht jede Kraft, die dich nach vorne drängt, will sofort umgesetzt werden. Manches braucht Zeit. Manches muss erst reifen. Manches möchte noch im Inneren entstehen, bevor es in die Welt tritt.
Darum ist Antrieb nicht nur die Kraft des Beginnens.
Er ist auch die Kraft,
den richtigen Moment zu erkennen.
Es gibt eine Sehnsucht in dir, die dich mit deinem Leben verbindet. Eine Sehnsucht, die manchmal kaum verständlich ist und trotzdem weiß, dass etwas auf dich wartet.
Wenn du diese Sehnsucht übergehst, kann dein Antrieb hart werden.
Wenn du sie erzwingst, kann dein Leben eng werden.
Wenn du sie aber hörst, entsteht eine andere Form von Bewegung:
Du musst nicht mehr ständig wissen,
was du tun sollst.
Du beginnst zu spüren,
wohin dein Leben dich bewegen möchte.
Und vielleicht liegt genau darin die tiefere Kraft dieses Feldes:
Nicht mehr aus Druck zu leben.
Sondern den Druck in dir so weit zu verstehen, dass darunter wieder deine ursprüngliche Lebendigkeit sichtbar wird.
Dann wird Antrieb zu einer Kraft, die dich nicht antreibt.
Sie bewegt dich.
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