Lebenskraft ist die ursprüngliche Kraft in dir, die dich leben lässt.
Sie fragt nicht zuerst, was richtig ist.
Sie fragt nicht, was von dir erwartet wird.
Sie ist einfach da.
Eine Kraft, die dich morgens aufstehen lässt. Eine Kraft, die dich nach etwas greifen lässt, die dich ausprobieren, erfahren, gestalten und wachsen lassen möchte. Sie ist in deinem Körper spürbar, in deinem Rhythmus, in deiner Lust auf das Leben und in dem tiefen Impuls, dich mit dem, was dich umgibt, zu verbinden.
Lebenskraft möchte sich verkörpern.
Sie möchte nicht nur gedacht werden. Sie möchte durch dich hindurch ins Leben kommen.
Dafür braucht sie ihren eigenen Rhythmus.
Es gibt Zeiten des Beginnens und Zeiten des Wartens. Zeiten, in denen etwas in dir mit großer Kraft nach außen drängt, und Zeiten, in denen du scheinbar nichts tun kannst.
Doch auch in der Ruhe arbeitet das Leben.
Ein Same muss nicht ständig wachsen, um lebendig zu sein.
Manches in dir braucht Zeit, um Kraft zu sammeln, bevor es sich zeigen kann.
Darum bedeutet Lebenskraft nicht, immer voller Energie zu sein. Sie bedeutet auch,deine eigene Energie zu achten.
Zu spüren, wann du dich hingeben kannst und wann du dich zurückziehen musst. Wann etwas durch dich geschehen möchte und wann dein Körper nach Regeneration verlangt.
Wenn du gegen diesen eigenen Rhythmus lebst, kann aus Lebenskraft Erschöpfung werden.
Du versuchst dann vielleicht, Leben mit deinem Willen herzustellen. Du zwingst dich weiter, obwohl etwas in dir bereits nach Pause ruft. Du hältst fest, obwohl ein Zyklus abgeschlossen ist. Oder du beginnst immer wieder etwas Neues, ohne dem, was bereits in dir begonnen hat, die Zeit zum Reifen zu geben.
Doch Lebenskraft kennt ihre eigenen Gesetze.
An Menschen.
An Erfahrungen.
An das, was dir wirklich etwas bedeutet.
Dort, wo du dich ganz einlässt, entsteht Energie. Wo du dich innerlich abwendest, weil du dich schützen möchtest, kann diese Energie zurückgehalten werden.
Lebenskraft möchte Verbindung - aber nicht um jeden Preis.
Sie besitzt auch einen tiefen Instinkt dafür, was dich nährt und was dir Energie nimmt. Sie kann wissen, bevor dein Verstand es erklären kann, wo ein echtes Ja in dir lebt und wo du dich gegen dein eigenes Wesen bewegst.
Darum darfst du lernen, deinem Körper wieder zuzuhören.
Nicht jeder Impuls muss sofort umgesetzt werden.
Aber jeder echte Impuls verdient es, wahrgenommen zu werden.
Denn in dir lebt eine schöpferische Kraft.
Sie möchte etwas hervorbringen. Sie möchte Leben weitergeben. Sie möchte nähren, wachsen lassen, entwickeln und vollenden. Und sie kennt nicht nur den Beginn, sondern auch die Reife und den Abschluss eines Zyklus.
Wenn du dieser Kraft vertraust, musst du dein Leben nicht ständig antreiben.
Du darfst ihm erlauben, durch dich zu geschehen.
Vielleicht ist das die tiefste Bewegung dieses Kraftfeldes:
Nicht mehr zu fragen, wie du mehr Energie bekommen kannst.
Sondern zu erkennen, wo deine Lebenskraft bereits fließt - und wo du sie gegen dich selbst verwendest.
Denn deine Lebenskraft möchte nicht verbraucht werden.
Sie möchte gelebt werden.
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