Du schaust auf das, was vor dir liegt, und findest noch keine eindeutige Antwort. Vielleicht möchtest du entscheiden, doch etwas in dir hält noch inne.
Das ist nicht falsch.
Manches braucht diesen Zwischenraum.
Wie das Wetter, das sich morgen noch verändern kann, liegt auch in dir etwas in der Waage. Noch ist nicht entschieden, was daraus werden möchte.
Vielleicht musst du nicht sofort wissen, was richtig ist.
Vielleicht darfst du erst einmal
wahrnehmen, was in dir geschieht.
Schau auf einen Baumstamm, der am Boden liegt.
Was einmal aufrecht und lebendig war, wird weich. Moos wächst darauf. Tiere finden Nahrung darin. Was nicht mehr weiterleben kann, wird Teil des Bodens und schafft Raum für etwas Neues.
Auch das, was sich in deinem Leben auflöst, muss nicht verloren sein.
Manches zerfällt, damit etwas anderes wachsen kann.
Ein alter Gedanke.
Eine Beziehung.
Eine Vorstellung davon, wer du sein musst.
Ein Weg, von dem du glaubtest, dass er für immer deiner sein würde.
Vielleicht ist der Zweifel manchmal genau der Ort, an dem du erkennst, dass etwas nicht mehr so bleiben kann wie bisher.
Du musst nicht gegen ihn kämpfen.
Du darfst ihn anschauen.
Was möchte hier wirklich zu Ende gehen?
Und was möchte durch diesen frei werdenden Raum neu entstehen?
Die Natur kennt diesen Vorgang.
Sie kämpft nicht gegen das Vergehen.
Sie macht daraus Leben.
Vielleicht dürfen auch wir lernen, dem Wandel zu vertrauen.
Denn Zweifel wird erst dann schwer, wenn du dauerhaft in ihm stehen bleibst und deine eigene Kraft nicht mehr findest.
Irgendwann kommt der Moment, in dem du dich entscheiden darfst.
Nicht weil du plötzlich alles weißt.
Sondern weil du bereit bist, zu wollen.
Denn ohne dein inneres Ja kann auch der Mut nicht wachsen.
Du musst nicht sicher sein, um einen Schritt zu gehen.
Du musst nicht wissen, wie alles endet.
Du darfst den nächsten Schritt gehen, weil etwas in dir sagt:
Ja. Ich will es versuchen.
Vielleicht verschwindet der Zweifel nicht, weil du endlich die perfekte Antwort gefunden hast.
Vielleicht verliert er seine Macht, weil du beginnst,
deinem eigenen Leben zu vertrauen.
Und dort, wo dein Wille erwacht, kann aus Zweifel Mut werden.
Nicht der Mut, keine Angst mehr zu haben.
Sondern der Mut, dich trotz deiner offenen Fragen auf deinen Weg zu bewegen.
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